Donnerstag, 24. Mai 2007

Kavaliersdelikt

In einem meiner Lieblingscafés, kürzlich. Draußen an einem der Tische, im warmen Grün umweht von einem sanften schwülen Lüftchen, sitzt ein älterer Herr, schlohweißes dichtes Haar, schwungvoll nach hinten gekämmt. Es ist einer jener seltenen älteren Herren, die noch ihren Hut lüften, wenn ihnen eine Dame begegnet, ein Kavalier alter Schule. Sein Hut liegt neben ihm auf einem Stuhl, das Sakko über der Stuhllehne. Die Körperhaltung ist gespannt. Er strahlt Vitalität aus, sein Handy klingelt ab und zu, er spricht mit ruhiger Stimme, gewohnt den Ton anzugeben. Anschließend greift er wieder zur Zeitung. Als der Kaffee gebracht wird, bedankt er sich bei der weiblichen Bedienung, dezent und freundlich. Angemessen kommt mir in den Sinn. Ein kurzer Blick, ein angedeutetes Kopfnicken, es wird weiter gelesen.
Nach einer Weile geht der Herr, nicht ohne ein höfliches Angrüßen, ein Lüften des Hutes, ein leises feines Lächeln auf den Lippen.
Als die Dame an einem der Tische im Schatten genug gelesen hat, genug Kaffee getrunken hat, genug Auszeit genommen hat vom Alltag und zahlen möchte, sagt die Bedienung: "Der Mann mit dem Hut hat für sie gezahlt." Ein kurzes Innehalten, ein Augenblick der Schwebe, ein feines stilles Freuen. Dies sind die kleinen Momente, die mit ihrem leisen Charme einfach so Einlass in den Alltag erlangen.

Samstag, 19. Mai 2007

Zähe Verhandlungen

Die Zahlen legen sich quer, das zu bearbeitende Thema ist mittelmäßig träge, meine Liebe macht Urlaub. Immerhin hat sich der Jojo verabschiedet. Ich verhandele mit mir, ob ich jetzt oder später in die Sonne gehe. Die Verhandlungen werden vertagt. Es wird weiter geschrieben. Der Beschluss wurde nicht einhellig, aber einstimmig gefasst.

Dienstag, 15. Mai 2007

...

Wegen Erkrankung vorübergehend geschlossen.

Freitag, 11. Mai 2007

Puste-Blumen

Ich finde fliegenden Oleander und durch den Garten hüpfende Kap-Margeriten nicht lustig, nein, gar nicht. Orkanböen machten es heute möglich. Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung. Da mein Gärtner mit der Haushälterin durchgebrannt ist, musste ich selber die Terrasse sturmfest machen. Ich protestiere.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Manchmal...

... wünschte ich auf der Flucht vor mir selber aufgehalten zu werden.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Tommatino, ein flotter Tanz für zwei bis viele Personen

Ein neuer Tanz macht die Runde. Jenseits von körpernahen, aufreizenden Tänzen wie Lambada, Merengue, Limbo und wie die Limonadentänze alle heißen, entwickelt sich eine neue Tanz-Generation heran. Tanz drückt aus. So wie ein Dichter die Hitze der Gefühle zwischen den Zeilen leben lässt, drückt sich Tanz aus. Die in den letzten Jahren emporgekommenen Tänze sind nun in ihrer Direktheit weniger sterbende Schwäne als schamesrot versinkende Indiskretionen.
Tommatino belebt trotz seiner schnellen arhythmischen Schrittfolgen im 7/8-Takt dennoch lyrisch zwischen den Zeilen was das Herz begehrt, wie Kenner meinen. Bei diesem Tanz dürfen Frauen noch Frauen sein und Männer noch Männer, wahlweise auch umgekehrt. Wer es schafft, bei diesem Tanz seiner Angebeteten in die Augen zu schauen, ist ein wahrer Könner. So schnell wie die Herzensdame um den Takt wirbelt und entschwunden ist in der Arhythmie, können die Beine und Hände des tonangebenden Herrn mitunter gar nicht folgen.
Mit einiger Übung wird dieser Tanz selbst die Herzen der Europäer erwärmen, wie schon alles ferne Getanze von irgendwelchen mehr oder minder großen Teichen hinüberschwappte und vorübergehend Tanzschulen entstehen ließ, die dann früher oder später wieder im tiefen Wasser der abschwellenden Füße verschwanden.

Dienstag, 8. Mai 2007

Coming Out

Heute ist es so weit. Mein ganz persönliches Coming Out. Ich habe es mir genau überlegt. Hier ist es:

Ich bin ein Salatblatt. Und ich liebe eine Schnecke.

Montag, 7. Mai 2007

Wie im Film

Die Sonne scheint, ich radele von einem Fest heim, flitze flott, kurz vor der Ecke im Park muss ich das Tempo drosseln, der Rücksicht halber. Ja doch, auch damit ich nicht auf die Fre… fliege. Mit einer eindeutigen Pfeiftonfolge im Rücken wäre ich fast in den dezent ergrauten Jogger mit dem aufmerksamen Blick hinein geradelt. Hach, das Leben kann freundlich sein :-)
Und ich weiß immer noch, wo meine Grenzen liegen.

Düfte

Regenduft liegt in der Luft.

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