Sonntag, 6. Mai 2007

Ein Fest der typischen Kleinstadt-Art

Wie uns aus zuverlässiger Quelle berichtet wurde, fand heute ein Fest zu Ehren der Europäisierung statt in einer Kleinstadt mit hohem Katholiken-Anteil. Wie zu erwarten war zu gleicher Zeit wie die heilige Kommunion, was aber nicht weiter störte.
Es gab eine Kinderbelustiguns-Ecke, die gut besucht war. Zwei Hüpfburgen zierten die Einkaufsmeile neben bunten Bonbon-Ständen. Wie uns zugetragen wurde, freuten sich die Innung der Zahnärzte und Zahnbürsten-Industrie sowie die Erziehungsberatungsstellen. Sie würden mit diesen erfreulichen Aktionen im neuen Quartal gesichert schwarze Zahlen schreiben können. Nicht zu vergessen die Schuhindustrie, da bekanntlich auf Hüpfburgen keine Schuhe getragen werden dürfen. Es wurde uns berichtet, dass die Mütter sich gegenseitig bedrohten und die Kevins und Jackeliens ihre Schuhe tauschen mussten, da ein Kevin keine rosa Barbieschuhe tragen wollte.
Weiterhin konnte beobachtet werden, dass man vergeblich nach dem angekündigten französischen Dorf suchen musste, immerhin zierten zwei Stände mit Schein-französischen Delikatessen (der Beaujolais könnte von einem großen Markendiscounter gewesen sein, ebenso die „Original französische Elsaß-Salami) den weiteren Verlauf der Meile. Also konnten Nadine und Jacqueline ihre Französisch-Kenntnisse zuhause lassen. Die üblichen Bands, Fressbuden und Losbuden konnten den Sonnenschein nicht trüben.
Die Bilanz alleine vom Vorabend in einer kleinen Straße: Ein vollgekotz… Geschäftseingang, ein vollgekotz… Blumenkübel, eine eingeschlagene Schaufensterscheibe, das Blut zog sich über die gesamte Straße. Was für ein Fest zu Ehren Europas. Ein denkenswerter Anlass.

Freitag, 4. Mai 2007

Einfach mal so

Danke dafür, dass du da bist mit deiner unvergleichlichen Art,

nicht locker lässt und mich doch lässt,

dass du beständig und beharrlich an mich glaubst,

dass du mir Mut machst, wenn ich ihn mal in die Ecke gepfeffert habe,

dass du mich so annimmst wie ich bin.

Danke, dass du dich mir anvertraust,

dass du dich zeigst, so wie du bist.

Dass wir ganze Universen erspinnen,

dass wir im wortlosen Verstehen wissen, wovon wir schweigen,

ganz zu schweigen vom wörtlichen Verstehen,

von Anderem red’ ich jetzt mal nicht, sonst stotter’ ich.

Danke, dass dein Humor ständig auf der Lauer liegt,

ein Wort genügt, ein Augen-Blick,

dass die Fantasie ständiger Begleiter ist,

dass du so bist wie du bist.

Mittwoch, 2. Mai 2007

...

Es ist einfacher seine Angst zu leben und zu pflegen, als innezuhalten und sich ihr zu stellen.

Sonntag, 29. April 2007

Abflussprobleme

Ein kleines Liedchen auf den Lippen wusch sie sich die Haare. Kopf unter an der Wanne. Wie immer. Eine verwickelte Angelegenheit. Ab einer gewissen Haarlänge ist das so. Genüsslich schäumte sie, strich hier und da über das durchaus ansehnliche Haar. Zumindest war noch nie Gegenteiliges gesagt worden. Sie griff zur Dusche, um die volle Länge auszuwaschen, vom Schaum zu befreien, den duftenden weißen Wölkchen. DA! Plötzlich war es geschehen, mitten zwischen zwei Schaum schlagenden Haarlängen. Es passierte ja schon mal, dass die Länge im Abfluss verschwand. Doch doch, ab einer gewissen Länge durchaus möglich. Aber dieses Mal konnte sie sie nicht wieder an Land ziehen. Noch etwas ungläubig zog sie noch einmal, ohne zu pfeifen aufzuhören. Aber es tat sich nichts. Die Dusche hingeschmissen und energischer gezogen. Nichts! Schrecksekunde, dann hastiges Zerren, Zupfen, Ziehen. Nichts! Sie hing fest. Unglaublich. Zwischen Verzweiflung und Lachanfall konnte, wollte sie es nicht glauben. Und nun?!... Wasser aus. Weiteres Gefummele an den abgeflossenen Haaren. Na, das konnte ja heiter werden. Nachdenken. Abflussdeckel oder wie das hieß abgenommen. Nichts zu erkennen, nur dass ihre Haare da drin waren. Es musste sich etwas verwickelt haben. Tja. Kühlen Kopf bewahren. Wie sinnig, dachte sie. Im Notfall die Schere. Aber an die kam sie nicht ran. Lachhaft! Sie sah schon die Überschriften in den Zeitungen: ABFLUSSFALLE: FRAU LEBTE 5 JAHRE IN ABFLUSS! WIR HABEN ALS ERSTE MIT IHR GESPROCHEN! Sie grinste. Dem Ernst der Lage nicht angemessen überlegte sie, wie wohl Rapunzel ihr Haar gewaschen hatte. Die hatte garantiert nicht solche Probleme gehabt. Damals gab es ja noch Brunnen. Aber, sie war nicht Rapunzel und ihr Haar war nicht so lang und sie hing hier immer noch fest. Da hörte sie Geklapper. Dabei war sie doch alleine. Das Geklapper kam näher, wurde lauter und zack! stand ein wunderhübscher Prinz auf einem weißen Pferd in ihrem Badezimmer, schwang sich vom Pferd und sagte souverän: „Aber, aber meine Liebste, nicht doch die Schere. “ Nahm mit zartem, aber bestimmtem Griff die Schere aus ihrer Hand und entwickelte sie, wobei er bereits ihr Herz einwickelte. Jaha, so kann es gehen. Zumindest in der Phantasie. Dabei war es ja so: Er sagte: "Von weit vom Osten komm ich her, ich sag euch, es beglücket mich gar sehr, seh ich euch da so lieblich kopfunter hängen, im Abfluss gefangen rotbirnig gewickelt in Längen. Geschwind werd ich euch nun da raus entwickeln, und mich gar und ganz herzlich in euch verwickeln.“ Sprachs und schon war es geschehen. Während sie so rumspann, entwickelte sie sich langsam und geduldig. Irgendwie. Und schwor sich, zum Friseur zu gehen. Vielleicht. Wirklich? Sollte sie sich einem dämlichen Abfluss beugen? Nein. Nie! Sie doch nicht. Eher würde sie einen Brunnen im Garten graben.

Mittwoch, 11. April 2007

Irgendwie...

... lebe und liebe ich dann doch vorzugsweise live...

Mittwoch, 4. April 2007

...

Liebe ist.

Freitag, 30. März 2007

Herz-Schmerz

In einem meiner Lieblingscafés. Er wartet auf sie, nervös, nestelnde Hände, den Blick auf die Tür geheftet. Sie kommt herein, Blick direkt zu ihm, es scheint ein Stammplatz zu sein, langsamer Gang, traurige Augenschatten, beim Setzen abweisend: "Hallo." Er: "Danke, dass du gekommen bist." Als der Kaffee vor ihnen steht, er wieder mit den Händen nestelnd: „Es tut mir so Leid. Ich wollte dir nicht weh tun. Aber, ehe du es von Anderen erfahren hättest oder von selber drauf gekommen wärst, wollte ich es dir doch selber sagen. Bitte verzeih mir." Flehender Blick, der ihren sucht. Sie nickt zögernd. Gequälter gemeinsamer Augenblick, sein Versuch ihre Hände, die ineinander verkrampft sind, in seine zu nehmen. Ihr schmerzhafter offener Blick, Tränen steigen in die Augen, ihre Hände ziehen sich zurück, sie schüttelt den Kopf, sein Kopf sinkt geschlagen nach vorne. Blick nach unten, fast demütig. „Es tut mir so leid. Bitte… kannst du mir verzeihen? Ich will dich nicht verlieren. Du bist Alles." Sie wendet den Kopf zur Seite, den Schmerz im Blick. Tränen schimmern. Wendet sich ihm zu: "Wie stellst du dir das vor?" Er: "Bitte…" Sie: "…" Er: "Was kann ich tun? Ich habe doch keinen Kontakt mehr." Sie: "Das soll ich glauben? Wie?" Er blickt sie hilflos an, hebt die Hände mit den Handflächen nach oben, bietet ihr die Kehle. Sie, ausweichender Blick, greift nicht an. Wunder Blick, auf ihm ruhend, suchend: "Gib mir Zeit…" Das trifft, aber er nickt langsam, einen Blick zwischen Trauer und Hoffnung. Er begibt sich in ihre Hand, vertraut (ihr), hofft, lässt sie.
Wie vorsichtig sie miteinander umgingen, unmittelbar, fiel mir dazu ein. Ich wünschte ihnen im Stillen Glück.

Dienstag, 27. März 2007

Sprossen

Die Sommersprossen-Saison ist eröffnet.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Verkauf dein Pferd! -...
Eugene Faust - 16. Jan, 02:40
Schön.
Dann bleib auch noch :-)
Lo - 8. Mär, 19:43
Bild
Danke. Nur ein Versuch. Aus der Kindheit.
Pseuspektive - 6. Mär, 14:57
Ah ja, hmmm tja,nicht...
schreiben wie atmen - 1. Mär, 17:37
Freundliche Bestimmtheit
Für Alle, die liebevoll, freundlich, humor- und gehaltvoll,...
Pseuspektive - 1. Mär, 17:31

Links

Rechtliches

Ich distanziere mich von allen Inhalten auf dieser Seite, links, Verweisen auf Fremdeinträge etc., die nicht von mir sind. Ich bin nur für das, was ich verfasst habe, verantwortlich. Am besten auch das nicht, aber das wäre ja eigenartig. Alles hier Veröffentlichte darf nicht, auch nicht auszugsweise, ohne meine Zustimmung, anderweitig verwendet werden. Also: Abkupfern ist nicht, sollte ich mal so einen sinnfreien Blödsinn schreiben, dass er es wert sein sollte, woanders zitiert zu werden. _______________________________ pseuspektive@gmx.de _______________________________

Verzähltes

Suche

 

Status

Online seit 6620 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 27. Mär, 07:52