Eikaufsfrisuren
Heute beim Einkaufen in einem großen Billigladen. Ich stehe in der Kassenschlange und warte geduldig mit meinem Einkaufswagen, wappne mich innerlich auf das hastige Reinschmeißen in den Wagen nach dem Piep, als rein zufällig mein Blick auf die verschiedenen Kassiererinnen fällt. Nein, nicht ihre genervten Gesichter fallen mir auf. Sondern iher Frisuren, so man sie denn von einigen nennen konnte. Nebenan sitzt Modell Wischmopp Deckhaar Rotdanebengegriffen, drunter die Haare in einer undefinierbaren aschgraustumpfblond-Farbe. Kein Schnitt zu erkennen, einfach hängend, leicht aufgeplustert, wie elektrisiert. Fassungslos schaue ich weiter. Direkt daneben sitzt Modell Fransenstumpfdumpfbraun, sogar schulterlang. Erbarmen, denke ich, zwischen Grinsen und Fassungslosigkeit. Das kann doch nicht sein, habe ich etwas verpasst? Ein kollektiver Selbsttest, bevor die Sonderangebotsfarbe auf den Markt kommen soll? Müssen sie jetzt schon selber ran? Ich schaue weiter, traue mich kaum. In die Runde der wartenden Damen. Völlig ignorant lasse ich die Herren heute links liegen. Unfassbares spielt sich strähnchenstumpf ab. Eine explodierte Klobürste in blondkleingelockt, Marke Putzfrauenlook an der Nebenschlange, dahinter das feuerrote Spielmitmirmobil und in schnittiger Bobform. Ich weigere mich weiter zu schauen. Ich besänftige meinen Ästhetiksinn mit der flehentlichen Entschuldigung, dass es ja noch früh morgens war und es bestimmt daran lag, dass sie alle aus dem Bett gefallen sind. Aber, wie kommen dann diese Farben zustande? Ich bin altmodisch. Einfach von gestern.
Pseuspektive - 21. Mär, 14:08
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