Montag, 28. Mai 2007

Nur eine kleine Meeresbrise

Wind. Im Wind stehen. Die Haare fliegen. Fühlen. Er nimmt die Gedanken mit. Die Sinne berühren lassen.

Erinnerungen an salzige Luft, auf See, der Wind an Bord, das Gesicht in den Wind gehalten.
Anschließend die salzigen stumpfen Haare, hinein kommen, die Tür kaum schließen können, sie klappt zu und ... Stille. Kaum fassbar. Schutz und Ruhe. Entspannung.
Die stampfenden Maschinen, leise, wie ein Herztakt, verhaltenes Vibrieren. Schnell wieder hinaus wollen, dem Wind und dem Meer die Stirn darbieten.
Dieses Gefühl der unendlichen Weite... Schmerzvolle Sehnsucht, schöne Sehnsucht, im Herzen zu spüren beim Blick in die Unendlichkeit.
Streichelnd der Wind auf dem Gesicht, Haarsträhnen ungebändigt kurz vor dem Kitzeln. Weicher warmer Sonnensommerwind, der Abend kündigt sich an. Glitzernde Träume auf den Wellen, sich verlieren im endlosen Blick zwischen Himmel und Wasser. Nicht zu greifende Träume, zu kostbar um festgehalten zu werden, im Vorland der aufsteigenden Bilder, zwischen Verschwinden und Ergreifen. Wortloses. Vibrieren der Sinne. Vergessen.
Übergang in eine andere Welt, eine neue, in ein neues Leben.
Freiheit. Gut, dass man sich immer ein Stück weit mitnimmt, als Anker. Heimat in sich. Derzeit so nichtig. So nichtig hier in der Weite. Nur der Blick in die Ferne. Bald, bald, ist es schon zu sehen? Der suchende Blick am Horizont. Befürchtung und Hoffnung.
Dann die ersten Felsen. Viel zu schnell. Wie ein leises Bedauern. Viel zu schnell. Festhalten wollen der Sehnsucht im Bauch, der Freiheit, des grenzenlosen Gefühls mit Wind und streichelnder Sonne, dieses Glitzern, das Vorland ohne Worte und Bilder.
Vorbei, für dieses Mal.
Wie ein leiser Eindringling von oben herab der Blick auf die Schären beim langsamen Einlaufen. Peinliche Berührung, das Schiff viel zu groß. Schönheit der Felsen im warmen Sonnenlicht. Raue warme braungraue Zuverlässigkeit. Das Schiff scheint Rücksicht zu nehmen, als käme es sich hier, neben den zarten Rundungen der weich gewaschenen Felsen, viel zu kraftvoll vor. So schmeckt Freiheit, so auch.
Hin und her gerissen zwischen mir und mir und dort und fernem Hier. Langsames Einlaufen für langsamen Abschied und langsam wachsende unbändige Neugierde auf das Neue. Sanfter Schock von der Weite, der Unendlichkeit in die ersten Begrenzungen steinharter Realität. Wehmut über ein schon phantastisches Anmuten gefühlter maßloser Kraft vor-bildlicher und wortloser Berührung. In Sinnen gemäßigt, irgendwo festgehalten, Zugang heilig gesprochen. Wie schön fühlt sich Besitzlosigkeit an.
Dort gestanden, an der Reling, eins im Schweigen und Meeresverstehen. Jeder auf seine Weise. Wozu reden, wozu zerreden, was doch unverständlich verstanden. Von Kindesbeinen an vom Vater das Tor eröffnet bekommen zu dieserlei Träumen. Nah und fern. Da konnte er lassen. Geschenkte Freiheit. Ohne es zu wissen.
Das möchte ich gerne erleben. Noch einmal und wieder und wieder.
Das möchte ich gerne mit dir erleben. Dort stehen an der Reling und schweigen. Vielleicht dich hinter mir, deine Arme um mich. Ich schmiege mich an. Vertrauen und selig, eins mit dir und mit mir. Und dem Meer. Mein Überströmen vom Glück wünscht’ ich erreiche dich. Halte mich, dieser Augenblick ist Unendlichkeit. Mit dir möchte ich ihn erleben. Dich würde ich daran teilhaben lassen, an meinem Glück. Dir würde ich ihn anvertrauen, meinen kostbaren Moment vom Glück. Mit dir teilen wollen. Ich weiß, du verstehst, mein Liebster.

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